Bericht zum "Bürgerkongress für ein weltoffenes und tolerantes Trier"

©Foto: Kim-Björn Becker
"Für ein tolerantes und weltoffenes Trier“, so lautete das Motto des ersten Bürgerkongresses am 18. Juni im Angela-Merici-Gymnasium. 27 Initiativen und Organisationen, die aktiv für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit eintreten, stellten dem Publikum in Workshops und mit Infoständen ihre Arbeit vor und zeigten Konzepte und Strategien für ein friedliches und harmonisches Miteinander auf.
Das Zuwanderungs- und Integrationsbüro der Landeshauptstadt Saarbrücken, der Caritasverband Trier e.V., Terre des Femmes, das Akademische Auslandsamt der Universität Trier oder das Polizeipräsidium Trier sind nur einige der zahlreichen Aussteller auf dem Bürgerkongress, die ihre Botschaften und praktischen Erfahrungen im Rahmen des geselligen Kongresses vorstellten.
Als Reaktion auf den Einzug der NPD in den Stadtrat wurde die Kampagne im Mai 2010 mit großer Mehrheit verabschiedet und letztlich von der Lokalen Agenda 21 Trier e.V. umgesetzt. Die Veranstaltung wurde gefördert von dem Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“, denn es bestehen zahlreiche inhaltliche Verknüpfungen zwischen den Kampagnen. „Trier kann langfristig nur dann eine weltoffene und tolerante Stadt bleiben“, so gab auch Oberbürgermeister Klaus Jensen zu bedenken, „wenn die demokratischen Kräfte zusammenstehen und ein breites Bündnis eingehen“. Die Gefahren für Demokratie und Rechtsstaat lauern vielerorts, Arbeitslosigkeit, eine schlechte schulische Ausbildung und ein Mangel an Perspektiven treiben besonders junge Menschen in die Arme rechtsradikaler Rattenfänger, die nur allzu oft mit einfachen und leicht verständlichen Parolen ihr Unwesen treiben. Klaus Jensen möchte die Situation zwar nicht dramatisieren, denn Trier sei keineswegs eine Hochburg rechtsradikalen Gedankenguts und grundsätzlich ganz überwiegend durch ein tolerantes und weltoffenes Klima geprägt, dennoch gelte es „Missstände zu bekämpfen, aber auch präventiv zu arbeiten“ um auch zukünftig den etwa 20% der Einwohner mit Migrationshintergrund und den jungen Menschen aus mehr als 80 Nationen an den Hochschulen in Trier eine warmherzige und einladende Heimat zu bieten.
Der Bürgerkongress sollte ganz konkret als Auftaktveranstaltung für zukünftige Projekte im Bereich des gesellschaftlichen Zusammenlebens dienen und bereits bestehende Projekte miteinander verbinden und die regionalen Kräfte bündeln. Auch an dieser Stelle hatte die Veranstaltung eine wichtige Aufgabe zu erfüllen, haben sich doch die Stände und Organisationen gegenseitig über ihre Arbeit informiert und mögliche Kooperationen abgestimmt. Für die Zukunft sei es denkbar, so schlägt Oberbürgermeister Jensen vor, dass zum Beispiel Straßen- und Pfarrfeste unter ein bestimmtes Motto gestellt werden und die Menschen auf diesem Wege miteinander verbindet.
„Fremdenfeindlichkeit entsteht nur dort, wo Unwissen herrscht“, so Klaus Jensen. Der Bürgerkongress war ein weiterer Schritt diese Hürden zu überspringen, neue Kontakte zwischen zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern zu vermitteln, vielfältiges Interesse für gesellschaftliches und soziales Engagement zu wecken und somit aktiv für ein weltoffenes und tolerantes Trier zu werben.
Der Verein Lokale Agenda 21 Trier e.V. wird auf der Basis der Ergebnisse des Bürgerkongresses zusammen mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren in Trier und Umgebung weitere Schritte zur Initiierung einer dauerhaften Kampagne “Für ein tolerantes und weltoffenes Trier” organisieren. Für den Herbst ist ein Workshop mit den TeilnehmerInnen des Bürgerkongresses geplant, bei dem gemeinsam den Plan für die Kampagne zusammen diskutiert und festgelegt werden soll.