Internationaler Zukunftspreis 2008 (IZT)
"Zukunft der Kinder - Konzepte, Projekte und Initiativen für, mit und von Kindern"
Verleihung am 18. November in Berlin
Zukunftspreis für drei Projekte und Initiativen aus Berlin und Potsdam
Perspektivpreis geht nach Trier, Berlin und Weigendorf bei Nürnberg
Berlin, 18. November 2008. Der internationale Zukunftspreis 2008 des gemeinnützigen Berliner IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung ging an Projekte und Initiativen für ihre zukunftsweisende Arbeit mit Kindern.
Bild 1: Kreibich-Kleinwächter-Simonis
Über einhundert Projekte beteiligten sich an der Ausschreibung des IZT zum Thema "Zukunft der Kinder - Konzepte, Projekte und Initiativen für, mit und von Kindern". Eine unabhängige, hochkarätige Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Udo E. Simonis entschied im Auftrag des Forschungsinstituts über die Vergabe. Das IZT Berlin ist eines der führenden Institute für Zukunftsforschung in Deutschland. Der IZT-Zukunftspreis steht alle zwei Jahre unter einem anderen Zukunftsthema. Der Preis wurde am 18. November im Berliner Musikinstrumentenmuseum verliehen.
Zu den Preisträgern zählte auch der Trierer Verein Lokale Agenda 21, der den Perspektivpreis für sein Projekt "Zukunfts-Diplom für Kinder" erhielt. Geschäftsführerin Charlotte Kleinwächter nahm den Preis von IZT-Leiter Prof. Dr. Rolf Kreibich entgegen. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Udo E. Simonis.
Rund 200 Kinder in Trier nehmen pro Jahr ein "Zukunfts-Diplom" entgegen. Dieses Diplom erhält, wer zwischen Mai und September sechs Veranstaltungen besucht hat, die eigens angeboten werden, um Kinder mit zukunftsfähiger Entwicklung vertraut zu machen. Exkursionen in den Wald oder zu Kompostieranlagen, Besuche im Rathaus oder bei Obdachlosen - insgesamt steht den Kindern ein Angebot von 80 verschiedenen Veranstaltungen zur Auswahl. Aus der Begründung der Jury: "Es sind vor allem die Reichweite und Breite der Zukunftsorientierung, die große Zahl der Kinder, die mit dem Projekt erreicht werden und die Vielfalt des außerschulischen Veranstaltungsangebots, die die Jury überzeugt haben."
Bereits im letzten Jahr wurde der Trierer Agenda-Verein für sein Vorzeigeprojekt mit dem bundesweiten Nachhaltigkeitspreis Zeitzeiche(N) ausgezeichnet. 2005/2006 war das Trierer Zukunfts-Diplom offizielles Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung.
„Jede Auszeichnung bestärkt uns, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Wir schöpfen daraus Mut zum Weitermachen!“, betont Kleinwächter die Bedeutung des IZT-Preises in ihrer Dankrede.
Die weiteren ausgezeichneten Projekte des IZT-Zukunftspreis 2008:
Zukunftspreis "Patenschaften für Kinder psychisch erkrankter Eltern"
Sie gelten als "vergessene Kinder" - die Kinder psychisch kranker Eltern. Der Berliner Jugendhilfeträger AMSOC e.V. weist deshalb kontinuierlich und mit Nachdruck auf die gesundheitliche Gefährdung dieser Kinder hin. In einem Modellprojekt hat er einigen dieser Kinder drei Jahre lang Patinnen und Paten vermittelt, die ihnen im Alltag zur Seite stehen und sie in Krisenzeiten bei sich aufnehmen.
Zukunftspreis "Stadt der Kinder"
Die Potsdamer "Stadt der Kinder" entsteht jeweils für zwei Wochen in den Sommerferien. Im Wohnviertel "Am Schlaatz" besetzen Kinder ein Waldstück und lassen mit echtem Werkzeug und Holzbaumaterial ihre Welt entstehen. In ganz kurzer Zeit identifizieren sich alle teilnehmenden Kinder mit ihrer Stadt und setzen sich für sie ein. Der Potsdamer Oberbürgermeister verlieh im Sommer 2008 der "Stadt der Kinder" das Stadtrecht.
Zukunftspreis "Grundschule im Grünen - Malchower Grashüpfer e.V."
An der staatlichen "Grundschule im Grünen" im Berliner Bezirk Lichtenberg lernen Kinder, Verantwortung für Tiere und Natur zu übernehmen. Bei ihnen steht - und das ist einmalig in Deutschland - zusätzlich das Fach "Umweltlehre" auf dem Stundenplan. Die Kinder beschäftigen sich mit Zukunftsfragen wie alternativen Energiequellen, Ozonloch oder artgerechter Tierhaltung. Der Unterricht ist dabei alles andere als graue Theorie: Dafür sorgt schon der schuleigene Bauernhof mit seinen über 180 Tieren.
Perspektivpreis "Die Straße, in der ich wohne" (www.kinderstrasse.com)
Bereits über 28.000 Schüler(innen) haben auf Anregung ihrer Lehrer(innen) aus ganz persönlicher Sicht über ihre Wohnstraße geschrieben. Der Verein "Kinderstrasse!" initiiert und sammelt diese authentischen Berichte vor allem von Grundschulkindern aus zahlreichen Ländern, u.a. Deutschland, Polen, Schottland, Brasilien und Nicaragua, und bietet ihnen eine gemeinsame Internetplattform auf www.kinderstrasse.com.
Perspektivpreis "Förderung bulgarischer Kinderheime"
Bulgarien ist das Land mit den meisten Heimkindern in ganz Europa. Diese Kinder - oft aus Romafamilien - leben unter teilweise katastrophalen Bedingungen. Es mangelt an Lebensmitteln, sie haben keine vernünftige Kleidung und Unterkunft und es gibt vor allem keine Ausbildung. Für etliche ist der Weg in die Kriminalität und die Prostitution vorgezeichnet. Dem "Verein zur Förderung Bulgarischer Kinderheime e.V." mit Sitz in Berlin ist es gelungen, das modernste Kinderheim Bulgariens mit familiennahen Wohnen und Leben in Plovdiv aufzubauen.