Klimagipfel - Rückblick
Bericht: Trierischer Volksfreund 25.11.08
Ein Umweltschützer, der Mut macht
Der international anerkannte Meteorologe Dr. Hartmut Graßl rief beim Regionalen Klimagipfel Umweltschützer dazu auf, die bisherigen Erfolge zu feiern. Der Wissenschaftler, der sich für eine Energieversorgung mit erneuerbaren Energien an erster Stelle ausspricht, sieht Wind und Sonne als wichtigste Energiequellen an. Kritik übte er jedoch an Photovoltaikanlagen im Freiland.
Der international anerkannte Meteorologe Dr. Hartmut Graßl rief beim Regionalen Klimagipfel Umweltschützer dazu auf, die bisherigen Erfolge zu feiern. Der Wissenschaftler, der sich für eine Energieversorgung mit erneuerbaren Energien an erster Stelle ausspricht, sieht Wind und Sonne als wichtigste Energiequellen an. Kritik übte er jedoch an Photovoltaikanlagen im Freiland.
Wittlich. (mai) Ganze 45 Zuhörer waren ins Wittlicher Cusanus-Gymnasium gekommen, um den Regionalen Klimagipfel, veranstaltet von der Lokalen Agenda 21 Trier, der Vereinigung Bürger für Bürger und dem Asta der Uni Trier zu verfolgen. Auch zum Hauptvortrag des renommierten Meteorologen Hartmut Graßl, dem ehemaligen Direktor des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie, waren es nicht mehr. Für Zeljko Brkic vom Verein Lokale Agenda 21 Trier kein Beinbruch. "Ich bin mit der Resonanz zwar nicht zufrieden, aber auch nicht enttäuscht", sagt er. Dem Hauptredner machte der spärliche Besuch offensichtlich auch nichts aus. "Ich rede überall, ob an Schulen oder vor Umweltministern", sagte Graßl und startete seinen informativen wie unterhaltsamen politisch-physikalischen Vortrag, dem eine intensive Diskussion folgte. Gesamtdauer: zweieinhalb Stunden. Der Wissenschaftler, der Mitglied des Naturschutzbund-Kuratoriums ist, die Bundesregierung aber auch beispielsweise beim Kyoto-Protokoll beraten hat, überraschte bei dieser Veranstaltung mit seiner positiven Sicht auf die Politik. Die Bundesregierung lobte er beispielsweise für das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Dieses Gesetz, das in vielen anderen Staaten übernommen wurde, habe die Innovation bei der Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland stark vorangetrieben. Graßl fordert aus Gründen des Klimaschutzes, die Energieversorgung in erster Linie auf erneuerbare Quellen umzustellen. Innovation ist für ihn dabei ein ganz wesentlicher Punkt. In diesem Zusammenhang forderte Graßl die Umweltverbände auf: "Feiert Etappensiege!" Als einen solchen sah er auch die übrigen Beiträge des Klimagipfels an.
"Deutschland ist zur Genüge verbaut"
Gymnasiasten aus Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues hatten beispielsweise Projekte zu erneuerbaren Energien und Umweltschutz vorgestellt. Gleichzeitig rief der Physiker zu Geduld auf. "Man braucht ein halbes Jahrhundert, um das Energiesystem zu transformieren." Doch Graßl kritisierte die Politik auch: "Natürlich ist in Sachen Klamschutz zu wenig passiert für einen Meteorologen." Immer wieder streute er ein, wie wichtig der Druck der Bürger sei, der beispielsweise bereits einige der aktuell geplanten Kohlekraftwerke verhindert habe. Als wichtigste Quellen für erneuerbare Energie nannte Graßl die Sonne und den Wind, alles andere sei schwachbrüstig. So schafften für die Biomasse die Pflanzen nur einen Bruchteil der Sonnenenergie auf die Seite. Sie eigne sich höchstens zur Versorgung dünn besiedelter Gebiete. Auf Nachfrage sprach sich Graßl gegen Photovoltaikanlagen auf freien Flächen aus, wie sie in der Region entstehen. Er sagte: "Deutschland ist zur Genüge verbaut. Außerdem haben wir dafür genügend Dächer."