12.02.2009

Pressemitteilung Zum Valentinstag

 

Giftige Liebesgrüße zum Valentinstag

FIAN beklagt Pestizidmissbrauch in Blumenproduktion

 

 

Köln, 11. Februar 2009

 

 

Rosen, die bei uns in Liebe verschenkt werden, sind für Blumenarbeiterinnen und –arbeiter

eine Gesundheitsgefährdung höchsten Grades. Denn die meisten Schnittblumen werden

unter Einsatz von hochgiftigen Pestiziden gezüchtet. Die Arbeiterinnen und Arbeiter sind

dem Giftcocktail oft ungeschützt ausgesetzt und werden krank. Wer seiner Liebsten unge-

trübte Liebesgrüße bringen möchte, sollte daher Blumen des Flower Label Programs (FLP)

verschenken.

Zittern, Schwindel, Sehstörungen und Atemprobleme sind die häufigsten Symptome, unter

denen BlumenarbeiterInnen beispielsweise in Uganda leiden. „Als ich einen Arbeiter fragte,

warum seine Schulter während unseres Gesprächs andauernd zitterte, antwortete er, dass

alle Arbeiter unter vergleichbaren Symptomen leiden“, berichtet Gertrud Falk von der Men-

schenrechtsorganisation FIAN. „Und ihre Löhne sind so niedrig, dass sie sich keine ärztliche

Behandlung leisten können.“

Auch bei akuten Unfällen mit Pestiziden müssen ugandische ArbeiterInnen in der Regel die

Behandlungskosten selbst tragen. Wenn sie arbeitsunfähig werden, bleiben sie trotz jahre-

langer Beschäftigung in den Blumenplantagen ohne Rente oder Entschädigungszahlungen

zurück. „Es gibt zwar ein Gesetz, das Entschädigungen nach Arbeitsunfällen regelt, aber es

wird selten umgesetzt“, erläutert Flavia Amoding von der ugandischen Organisation für Ar-

beiterbildung UWEA. „Viele Arbeiterinnen sind Analphabetinnen und können ihre Rechte

nicht einfordern.“

Eine sichere Alternative beim Blumenkauf bietet das Flower Label Program (FLP). FLP zerti-

fiziert nur solche Blumenbetriebe, die strenge Sozial- und Umweltstandards einhalten. Arbei-

terinnen müssen kostenlose Arbeitskleidung erhalten und umfassend gegen Pestizide ge-

schützt werden. Die Arbeitgeber müssen auch für Behandlungskosten aufkommen. „FLP-

Betriebe werden jährlich überprüft“, erklärt Gertrud Falk. „Auf den Gesundheitsschutz der

ArbeiterInnen wird dabei besonders Wert gelegt“:

Die ARD-Sendung Plusminus berichtete am 10. Februar, dass FLP-Blumen auch für Floris-

ten die gesundere Alternative sind. Wenn sie sich an FLP-Rosen stechen entzündet sich die

Haut nicht.

Kontakt: Gertrud Falk, 0221-70 200 72 oder 0221-422 94 66; mobil: 0172-1848783

 

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