27.06.2008

Rückblick: taz-Veranstaltung "Drehen wir alle am Rad?"

Rubrik: Sonstige Projekte, Veranstaltungen

 

Podium (vlnr): Bascha Mika, Jean-Marie Weber, Nelly Stockburger, Ulrike Hermann, Roland Eckert, Malu Dreyer, Klaus Jensen

Die sehr gut besuchte taz-Veranstaltung "Drehen wir alle am Rad? Auf der Suche nach einem neuen Umgang mit der Zeit" bot in lockerer Atmosphäre Einblicke in verschiedenste Zeitansichten.

 

Rückblick:

TAZveranstaltung im Varieté CHAT NOIR Casino am Freitag, den 13. Juni 2008

in Kooperation mit der Lokalen Agenda 21 Trier, e.V., und dem Trierischen Volksfreund

 

 

Im voll besetzten Chat Noir drängten sich 170 Interessierte, die sich die Zeit nahmen, der Diskussion „Drehen wir alle am Rad?“ zu folgen. Die Veranstaltung wurde von der taz- Redakteurin Ulrike Hermann geleitet, die kurzfristig für die (aufgrund Verzögerungen auf dem Schienennetz) verspätete Chefredakteurin der taz, Bascha Mika, eingesprungen ist . In lockerer Atmosphäre beantworteten die Podiumsgäste Fragen zu ihren persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Zeit: Oberbürgermeister Klaus Jensen und seine Frau, Ministerin Malu Dreyer, haben offenbar einen guten Weg gefunden, ihre beruflichen Verpflichtungen und privaten Bedürfnisse zu vereinen und empfehlen, auch mal Nein zu sagen und die persönliche Erreichbarkeit (via Handy und E-Mail) bewusst einzuschränken.

Der emeritierte Soziologie-Professor Roland Eckert begründete seine Antworten auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und die Psychologin Nelly Stockburger sowie der Bildner Jean-Marie Weber berichteten aus ihrer Praxis. So äußerte die Psychologin Vermutungen über das Sexualleben von Managern, die ihre Zeit effektiv nutzen müssen. Herr Weber gab seiner Entrüstung über das mangelhafte Verkehrsnetz freien Lauf, welches bei Radfahren wie Autofahrern Zeitnot und Wut auslöst. Chefredakteurin Bascha Mika empfindet hingegen keinen Zeitdruck, trotz ihrer Stellung, und glaubt an Entscheidungsfreiheit in der Wahl, wie man seine Zeit nutzt. Im Privatleben lehnt sie das Vereinbaren von Terminen strikt ab.

 

Das Publikums verfolgte das Gespräch mit ausgelassen heiterer Stimmung.

 

Anschließende Fragen und Kommentare seitens der Zuhörer richteten sich an verschiedene Aspekte von Zeit. So wurde das Phänomen der Verlangsamung von Zeit angesprochen, welches sich im Kontrast zwischen effizienzorientiertem Arbeitsalltag und der Pflege von Alten oder Kindern zeigt. Gerade bei Kindern ist oft ein „Runterschalten“ nötig um die erforderliche Geduld aufzubringen sich dem Tempo des Kindes anzupassen. Eine Physiotherapeutin beschrieb die Schwierigkeiten, Behandlungseinheiten in 20 – 30 Minuten Blöcken einzuhalten. Der Vorsitzende des Lachclubs Trier, Herr Gupta, empfahl einfach mehr zu Lachen, da somit Stress abgebaut und Zeit gewonnen werden könne. Lachend ist Zeit schlichtweg besser genutzt.

 

Alle Kontakte mit Menschen benötigen Zeit und so blieben viele Anwesende auch nach der Veranstaltung noch im Chat Noir und tauschten in persönlichen Gesprächen ihre Erfahrungen mit der Zeit und über Zeitphänomene aus.

 

Die von der Berliner Tageszeitung taz angeregte Veranstaltung erhielt sehr positive Resonanz und es laufen bereits Gespräche für die nächste Kooperationsveranstaltung zwischen der taz und dem Lokale Agenda 21 Trier e.V.

JB

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