Zur Entstehungsgeschichte

Beim 6. Regionalen Klimagipfel, im November 2006 in Trier, hat sich eine Projektgruppe gebildet, die den dringend notwendigen Schritt vom "Wissen zum Handeln" im Bereich „Nachhaltige Energieversorgung“ vollziehen möchte. Unter Moderation des Vereins Lokale Agenda 21 Trier e.V. ist diese Gruppe bereits im Jahr 2007, mit dem Ziel, eine Energiewende in der Region umzusetzen, aktiv. Zu den Mitgliedern der Projektgruppe zählen engagierte BürgerInnen, StudentInnen, Fachleute aus dem Bereich Energie sowie MitarbeiterInnen der Universität und der Fachhochschule. Vision der Energieagentur Trier ist, dass die Region Trier zum Jahr 2040 energieautark ist.

Eine Steuerungsgruppe schafft die notwendigen Strukturen, bereitet die konkreten Schritte zur Realisierung der verschiedenen Projekte vor, erarbeitet die verschiedenen Ziele und dient somit als Operationszentrale. Die Idee zur Gründung einer Energieagentur entstand in der Steuerungsgruppe. Zum einen wird mit einer Energieagentur das zukünftige Betätigungsfeld klar definiert. Zum anderen empfiehlt die Planungsgemeinschaft Trier in ihrer Studie „Regionales Energiekonzept für die Region Trier als Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung“ (2001) dringend die Gründung einer regionalen Energieagentur, die sich aktiv für die regionale Energiewende einsetzt.

Im Laufe des Jahres 2007 erfolgten erste Aktivitäten

  • Öffentliche Vorstellung der Projektgruppe am Tag der Erneuerbaren Energien (28. April 2007) mit einem Infostand auf dem Kornmarkt
  • Bestandsanalyse des Energieverbrauches im Zielgebiet (Stadt Trier sowie umliegende Gemeinden im Radius von 25km) sowie Potentialanalyse des Einsatzes von Erneuerbaren Energien
  • Erstellung einer Matrix mit der Definierung und Strukturierung der Ziele auf dem Weg zur Energieautarkie der Region
  • Leuchtturmprojekt „Bau eines Bürgersolarkraftwerkes auf öffentl. Dachfläche“
  • Pilotprojekt „Energiesparen an Schulen“ an der Grund- und Hauptschule Zewen

Ziele und Kompetenz der Energieagentur

Die Energieagentur verfolgt folgende Ziele:

  • konsequente Energieeinsparung,
  • effizienter Energieeinsatz und
  • eine zu 100% regenerative Energieversorgung aus heimischen Ressourcen spätestens im Jahr 2040.

Die Methoden sind:

  • Initiieren und Realisieren von konkreten Projekten in den Bereichen Energieversorgung, Energieeinsparung und Energieeffizienz
  • Informieren in Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und privaten Haushalten.
  • Organisieren von Fort- und Weiterbildungsangeboten für verschiedene Zielgruppen
  • Plattform für ein bürgerschaftliches Engagement im Bereich "nachhaltige kommunale Energieversorgung" bieten
  • Koordinieren und vernetzen von regional agierenden Institutionen, Initiativen, Vereinigungen und engagierten BürgerInnen zu einem nachhaltigen Energieverbund

Dabei wird die Energieagentur agieren. Durch ihre Maßnahmen soll die Energieagentur eine Marktöffnungsfunktion für Energiedienstleistungen wahrnehmen, wovon regionale Unternehmen und auch die Umwelt profitieren werden.

Die Energieagentur soll organisatorisch, finanziell und fachlich unabhängig bleiben. Sie soll eine Lotsenfunktion haben und dabei als erste Anlaufsstelle fungieren, bei der man eine kompetente Beratung sowie Informationsmaterialien erhält. Sie soll Kompetenz haben und diese auch zeigen. Das bezieht sich vor allem auf die Umsetzungskompetenz (Initiieren und Umsetzen von Projekten).

Die Energieagentur soll offen für alle (BürgerInnen, Fachleute, Institutionen) sein. Der Zugang zu ihr soll flexibel und frei sein. Insbesondere soll sie bürgernah arbeiten und das bürgerschaftliche Engagement stärken.

Veranstaltung Bürgersolarkraftwerk

Leitgedanke/Selbstverständnis

In der Stadt und Region Trier sind viele vorbildliche Aktivitäten im Bereich nachhaltiger Energieversorgung vorhanden. Es fehlt jedoch eine klar erkennbare, einheitliche Strategie, um eine kommunale Energiewende umzusetzen und diese in den Kontext einer nachhaltigen Regionalentwicklung zu bringen. Des Weiteren fehlt es bisher an einer guten Vernetzung und Aufgabenverteilung der AkteurInnen.

Das Besondere an der Energieagentur der LA 21 Trier ist ihre Verortung im Lokale Agenda 21 Trier e.V. Dies ermöglicht eine Bündelung des bürgerschaftlichen Engagements mit dem Fachwissen im Bereich Energie. Um den Begriff der Nachhaltigkeit für viele BürgerInnen praktisch aufzuzeigen, werden konkrete Projekte, wie das Bürgersolarkraftwerk Trier realisiert. So wird das Motto „Global denken, lokal handeln“ lebendig dargestellt.

Die aktuelle gesellschaftspolitische Debatte um den Klimawandel und die Energiefrage bietet neuen Raum, um der Lokalen Agenda 21 neue Impulse zu geben. Denn kaum ein Thema eignet sich so gut, die ökologischen, ökonomischen, sozialen sowie Eine-Welt-Aspekte der Nachhaltigkeit aufzuzeigen, wie das Thema „Energie“. Bereits für die ersten beiden konkreten Projekte (Bürgersolarkraftwerk und Energiebewusste  Schulen) hat die Projektgruppe viel Lob und Zuspruch geerntet.

Organisationsstruktur

Mit relevanten AkteurInnen auf dem Energiesektor (z.B. Stadt Trier, SWT, HWK, IHK, Sparkasse etc.) soll eine beiderseits gewinnbringende Kooperation entstehen.

Das Besondere an dieser Lösung ist die Einbettung der Energieagentur in den Lokalen Agenda-Prozess in der Stadt und Region Trier. Damit hätte der Prozess ein klares, verbindliches Ziel (Energieautarkie spätestens im Jahr 2040) und die Energiewende wird Teil des bürgerschaftlichen Engagements und nicht nur Unternehmen und Institutionen überlassen, die in erster Linie marktwirtschaftlichen Ziele verfolgen.