Kennzeichen der Lokalen Agenda 21

  1. Die Kommune "bekennt" sich zur nachhaltigen Entwicklung als zentralem Leitbild ihrer ökologischen, ökonomischen und sozialen Entwicklung.
  2. Es findet eine breitangelegte, ergebnisorientierte Öffentlichkeitsbeteiligung (Konsultationsprozess) statt, deren Ziel die Entwicklung, Festlegung und Umsetzung eines verbindlichen kommunalen Handlungsprogramms ist.

Die Entwicklung und Umsetzung einer Lokalen Agenda 21 hat lokale und globale Auswirkungen. Sie dient einerseits der Verbesserung der Umwelt- und Lebensqualität innerhalb der eigenen kommunalen Grenzen. Andererseits haben die erreichten lokalen Verbesserungen an vielen Orten in der Summe globale Bedeutung.

Die Lokale Agenda 21 und die Agenda 21

Mit "sustainable development" entstand ein ethisch fundiertes Gegenkonzept zum neoliberalen Marktradikalismus, bei dem Menschen und Umwelt vorwiegend unter dem Aspekt ökonomischer Verwertbarkeit betrachtet werden. Das Leitbild "Nachhaltige Entwicklung" betont, dass menschliches Leben und Arbeiten neben den ökonomischen Rahmenbedingungen gleichberechtigte soziale und ökologische Rahmenbedingungen haben muss!
Diese Dimensionen dürfen nicht länger voneinander abgespalten und gegeneinander ausgespielt werden.

Das besonders Wegweisende der Agenda 21 besteht darin, dass zum ersten Mal in einem UN-Dokument höchsten Ranges nicht nur den Regierungen, sondern allen wichtigen gesellschaftlichen Gruppen - auch den sogenannten Nicht-Regierungs-Organisationen - eine politische Schlüsselrolle bei der Sicherung der Lebensgrundlagen und bei der Durchsetzung von gerechten Lebensbedingungen weltweit zugesprochen wird.
Den Kommunen kommt in der Agenda 21 eine besondere Bedeutung für die nachhaltige Entwicklung zu. Das Konzept "Lokale Agenda 21" gründet sich auf das 28. Kapitel des Dokuments von Rio.

Die Kommunen werden weltweit aufgefordert, durch die Aufstellung von lokalen Agenden ihren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten.

In der Lokalen Agenda 21 wird das abstrakte Ziel "Nachhaltigkeit" auf konkrete kommunalpolitische Teilziele, Maßnahmen und Projekte heruntergebrochen. Zum Beispiel kann eine Lokale Agenda 21 ein kommunales Klimaschutzprogramm, ein Programm zur kommunalen Beschäftigungsförderung, Projekte umweltgerechter Verkehrsentwicklung, Kriterien für die zukünftige Wirtschaftsförderung, Programme für Kinder und Jugendliche benachteiligter Stadtteile etc. beinhalten.