Der Verein

- Johannes Metzdorf-Schmithüsen, Ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Vereins
Wenn der Verein „Lokale Agenda 21 Trier“ im November 2008 eine Mitgliederversammlung abhalten will, soll in einer anschließenden kleinen Feierstunde daran erinnert werden, dass Grundlage für die Vereinsgründung ein Stadtratsbeschluss von 1998 ist: also, - ein Stadtratsbeschluss feiert seinen 10. Geburtstag! Darin bekennt sich der Stadtrat zu seiner Verantwortung für eine „nachhaltige Entwicklung“, die als Querschnittsaufgabe „in allen Lebens-, Politik-, Verwaltungs- und Wirtschaftsbereichen“ gesehen wird.
Natürlich steckt in einem solchen Beschluss ein hoher Anspruch. Doch muss anerkannt werden, dass in Trier sechs Jahre nach dem Beschluss von Rio de Janeiro (Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen, 1992) klare Schritte in die Zukunft gegangen worden sind. Das wurde möglich, weil nach der Konferenz von Rio ein Diskussionsprozess in Gang kam, der von engagierten Bürgern und Bürgerinnen geführt wurde.
Der formulierte Anspruch muss sicherlich noch in vielen Teilen eine Entsprechung in der Wirklichkeit erfahren. Aber immerhin: deutlich und unmissverständlich steht er da, - formuliert von den Entscheidungsträgern unserer Stadt. „10 Jahre Stadtratsbeschluss“ heißt ja auch, langsam, aber sicher müssen die ausgesprochenen Absichten aus den Kinderschuhen herauskommen.
Johannes Metzdorf-Schmithüsen
- Ehemaliger 1. Vorsitzender La 21 Trier e.V. -
Diskussion: Global gedacht, lokal nichts gemacht
Was ist aus der nachhaltigen Entwicklung geworden?
Gespräch im SWR 2 Forum zu dem Thema:
Global gedacht, lokal nichts gemacht -
Was ist aus der nachhaltigen Entwicklung geworden?
Es diskutieren:
- Prof. Dr. Klaus Töpfer, Bundesumweltminister a.D. und 1992 in Rio de Janeiro Geburtshelfer der Agenda 21
- Dr. Günter Warzewa, Institut für Arbeit und Wirtschaft, Universität Bremen
- Charlotte Kleinwächter, Geschäftsführerin des Lokale Agenda 21 Trier e.V.
Moderation: Werner Eckert
Beim Erdgipfel in Rio de Janeiro wurde die Tagesordnung für das 21. Jahrhundert aufgestellt: die „Agenda 21“, der gemeinsame globale Weg in eine nachhaltige Zukunft. Das war Anfang Juni 1992. Der Kalte Krieg war gerade zu Ende und endlich, hofften viele, könne man sich den wirklich wichtigen Dingen zuwenden: den sozialen und ökologischen Fragen und der Entwicklung. Geld, so glaubte man damals, würde ausreichend da sein – die sogenannte „Friedensdividende“: das, was durch das Ende des Rüstungswettlaufs an Mitteln frei werden sollte. „Think global, act local“ – global denken, lokal handeln – hieß das neue Motto. In 2600 Kommunen Deutschlands wurden Lokale-Agenda-Gruppen gegründet, getragen von Bürgern, die vor Ort ehrenamtlich für eine nachhaltige Entwicklung arbeiten. Viele erklären die „Agenda 21“ heute für tot. Der früher oft beschworene „Geist von Rio“ scheint von der Tagesordnung verschwunden zu sein. Hat die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft überhaupt noch eine Zukunft?
Ausstrahlung: 10.06.2008, 17.05 Uhr, SWR 2 Forum